Die Grenze zum Wahnsinn

Wir Menschen leben alle in einer Gesellschaft von mehreren anderen Menschen. Egal ob in der Familie oder in der Heimatgemeinde, in der wir Regelungen folgen (müssen). Damit regeln wir unser zusammenleben, was ohne diese Regelungen unmöglich wäre.

Ich ergänzte das Wort „Müssen“, weil wir seit der Geburt in die Strukturen der jeweiligen Gesellschaft gezwungen werden.

Was aber, wenn sich jemand entscheidet frei, anarchistisch, nach seinem Selbst zu handeln? Dieser Mensch wird von Wahnsinn getrieben.

Es gibt eine Grenze, die, wie ich glaube, jeder von uns erkennt. Eine Grenze des Wahnsinns. Ich befand mich an dieser Grenze und überschritt sie vielleicht kurz, aber schreckte zurück.

In der Psychose, wenn man von Wahngedanken verfolgt wird und überall gefahren erkennt, ist man auf dem Weg, wie ich es war, zu dieser Grenze. Irgendwann ist man müde von dem „sich normal benehmen“ in der Öffentlichkeit, wenn man selbst anscheinend der einzige ist, der alle Probleme und Bedrohungen erkennt.

Ich lief stets mit drei Messern in meinen Taschen, um sicher zu sein, dass ich mich jederzeit wehren kann. Und ich war auch stets bereit diese Messer einzusetzen.

Das ist die Grenze. An diesem Punkt muss man sich entscheiden, ob man sich Hilfe holt, oder aber sich fallen lässt in eine Welt die voller Bedrohung, nur Hass und Mördern wie auch anderen Verbrechern ist. In dieser Welt des Wahnsinns, in der niemand unschuldig ist, und jeder eine Gefahr, wird man ohne Skrupel selbst zum Verbrecher oder sogar zum Mörder.

Ich überschritt diese Grenze und entschied mich für einen dritten Weg. Selbstmord. Wenn alle potenzielle Bedrohungen für mich sind, aber ich selbst nicht bereit mich gewaltsam ihren zu entledigen, musste ich selbst verschwinden.

Es ist eine dunkle Welt, und man sollte nicht einmal als Scherz jemanden als wahnsinnig bezeichnen. Ein Wahnsinniger ist zu allem fähig, weil er nichts mehr zu verlieren hat und keine Zukunft für sich selbst mehr sieht. Wer diese Grenze überschritten hat, ist unberechenbar und muss behutsam wieder integriert werden, in eine Gesellschaft die auch Raum für Menschlichkeit hat.

Vergesst nicht euren pessimistischen Freund, euren eigenbrötlerischen Nachbar oder eure weinende Freundin, die um zwei Uhr morgens anruft. Bitte fangt, wenn ihr könnt, diese Menschen auf, bevor sie immer mehr versinken in dem Frust, der Traurigkeit oder dem Misstrauen, bis sie nur noch das sehen und fühlen können und dadurch Wahnsinnig werden können.

Veröffentlicht von Lydia

Schräg und manchmal verrückt. Ich bin nicht Perfekt, aber dafür bin ich zu gerne ein Mensch.

Hinterlasse einen Kommentar