Ich spaziere heute umher. Ich suche eine Zuflucht, Sicherheit, ein wärmendes Gefühl. Also beschliesse ich nachhause zu meiner Mutter zu fahren. Meinem Zuhause, in dem ich aufgewachsen bin. Weg von der geschäftigen Gesellschaft, die mehr an Profit denkt als daran das Gegenüber zu grüssen. Ich spaziere in der Mittagssonne in dem warmen Licht und freue mich auf den gebratenen Fisch, der auf mich in meinem alten Daheim wartet. Aber trotz der Vorfreude und der wärmenden Sonne ist die Umgebung am Bahnhof eher kalt. Das ist nicht nur der Jahreszeit geschuldet, sondern auch den Menschen, die sich wie Vieh von Termin zu Termin treiben lassen, und vergessen, dass ein gewisses miteinander unentbehrlich sein sollte. Das drängen, stossen und Ächtzen von den getriebenen Geistern, wenn es nicht weiter geht, ertrage ich immer weniger. In dieser, zwar von der Sonne erhellten, aber der emotional gedrückten Umgebung, spüre ich in mir ein nervöses Getrieben sein hochsteigen. Ich möchte flüchten aus dieser mechanischen Hektik.
Ich spaziere umher, und sehe in der Stadt immer weniger menschliches. Wir sollen Profit bringen, arbeiten, Steuern zahlen, damit unsere Gesellschaft weiter existieren kann. Was auch wichtig ist. Aber das was ich beobachte ist eine gewisse Feindschaft, manchmal sehe ich sogar Hass in den Augen von den gehezten Menschen , weil ein anderer nicht schnell genug seinen/ihren nächsten Termin erreichen kann, und sie warten müssen.
… Nun steige ich aus dem Zug aus und spaziere nach Hause. Auf dem Weg treffe ich eine Frau, die ihren Jagdhund auf einem Feld trainiert, und erblicke ein älteres Ehepaar, dass sich beim gehen gegenseitig die Hände hält um Nähe zu zeigen und sich wärme zu schenken.
Diese Welt fühlt sich nicht mehr so kalt an, obwohl ich nur 15 Minuten mit dem Zug von der Stadt wegfuhr. Es gibt weniger Hektik, und die Menschen an diesem Ort haben nicht nur Zeit für einander sich zu grüssen, sondern sehen sich dabei sogar in die Augen.
Wenn man seit drei Jahren nicht im Ausland war, nicht einmal in einem anderen Kanton, fängt man an die kleinen, Für mich aber nicht unbedeutenden Dinge in seiner kleinen Welt zu schätzen.
Ich bin dankbar, dass ich manchmal flüchten kann an einen, im Winter, kalten Ort, der mir aber immer etwas Ruhe, wärme und Kraft schenken kann.