Jeder Mensch definiert sich selbst. Wie ist es mit einem geistig „kranken“, der auf dem Weg der Besserung ist? Ich befinde mich in einer Zwischenphase, die ich gerne beschreiben will:
Ich war lange Jahre weder Mensch aber auch kein Tier. Ich beschreibe es gerne als „Golem“ , aus der jüdischen Mythologie.
Ein Golem wurde aus Erde von einem erfahrenen Rabbi geformt, in der Gestalt eines Menschen. Der Gelehrte sprach gewisse Zaubersprüche und erweckte diesen, zum Mensch geformten, Tonklumpten zu leben, wie es Gott bei Adam tat. Das Problem war, dass dieser Tonmensch keinen Verstand hatte. Man musste ihm kleine Zettel mit bestimmten Befehlen in den Mund stecken, die er dann ausführte.
In der Mythologie war der Golem ein Beschützer des verfolgten Volkes. Da er aus Erde/Ton war, verspürte er keinen Schmerz, wenn man in angriff. Daher sehe ich diese Figur als eher positiv, und nicht als bedrohliches Monster.
Das Foto auf der Startseite dieser Domain zeigt meine Interpretation des Golems. Es ist ein Selbstbildnis.
So wie der Golem, bin ich unförmig und nicht sicher was ich bin. Es besteht ein Loch, dass man füllen muss, um eine konkrete Form zu erlangen.
Ich sehe mich ein Stück weit auch als Beschützerin wie der Golem ein Beschützer ist.
Ich versage oft, in dem bedrängen, die Tradition unserer Familie zu schützen, weil ich einfach nicht stark genug bin. Aber ich versuche, wie der Golem, mein Volk (Familie, Tradition, Kultur) zu schützen.
Ich habe vielleicht einen geringen Verstand, weswegen ich mich mit dieser mythischen Figur vergleiche, aber noch genug um zu begreifen, was und wer wichtig und zu bewahren ist.