Dies ist ein erster Text meines Erlebnisses im Koma, nach meinem Selbstmordversuch. Ich schrieb diese Eindrücke in wenigen Minuten, und werde eine besser ausformulierte Fassung liefern, wenn ich dieses, sehr wohl lebensweisende Erlebnis voll verarbeitet habe.
Also jetzt zum Text:
Ich werde mir bewusst… Ich stehe in einer Welt voller Schwärze. Sie ist weder bedrohlich, noch angsteinflösend…. Sie ist ruhig, und umarmt mich mit einem Gefühl der Einsamkeit, die ich brauche.
Ich bin mir bewusst in dieser Welt, aber weiss nicht, wer ich bin. Ich weiss nur, dass ich ein denkendes, fühlendes, aber auch schwaches Wesen bin.
Ich will in dieser kompletten Schwärze etwas sehen, und halte meine Hände vor mein Gesicht. Es ist zu dunkel sie zu sehen, aber ich fühle sie sind da. Genau so wie meine Füsse, die fest auf dem Grund stehen. Ich blicke um mich, um eine Form oder Struktur zu erkennen: Nichts….
Aber während ich mich drehe, fühle ich den weichen, ebenen Untergrund unter meinen Füssen.
Wie bin ich hierher gekommen? Ist das ein Traum, oder wurde ich hier geboren?
Ich beschliesse zu gehen. Gehen in eine Richtung um Form und Farbe zu finden, in dieser unwirklichen Welt. Ich gehe und suche, mehr tue ich nicht. Weder denke ich nach, noch mache ich mir Sorgen. Ich habe nur den Drang herauszufinden, wo ich mich befinde.
Ich beginne zu laufen. Vielleicht aus blinder Hoffnung, aber vielleicht auch aus Panik. Ich bemerke, dass es hier nichts gibt. Nach einer Weile gebe ich auf. Es müssen vielleicht zwei Tage in dieser Welt gewesen sein in der ich gelaufen bin, als ich bemerke, dass ich nicht müde, hungrig, oder durstig werde. Anfangs hat es mich nicht gestört. Aber jetzt fing ich an nachzudenken:“ Was ist das hier? Wurde ich hier wircklich geboren? Wo sind meine Eltern?“
Ich erinnere mich an meine Familie, in der realen Welt, und die Tragödie, die mich hierherbrachte. Dies hier muss der Vorhof in das Jenseits sein.
Ich denke darüber nach, was ich tat: Es war drastisch, aber auch notwendig. Ich liebe meine Familie, aber war nicht mehr nützlich für sie.
“ Bin ich ein Mensch?“ Dieser Gedanke schiesst mir durch meinen Kopf. Vielleicht nicht. Aber ich bin ein entwickeltes Wesen, das zur Nächstenliebe fähig ist.
Es kommen auch noch andere Gedanken, die ich in der dunklen schwarzen wärme in Ruhe betrachten kann. Ich habe eine Ewigkeit Zeit….
Plötzlich öffne ich meine Augen. Was ich sehe ist eine kahle Wand eines Krankenzimmers. Eine blonde Krankenschwester steht neben meinem Bett, in dem ich liege und betrachtet mich hoffnungsvoll. Ich habe nur einen Gedanken, den ich auch laut ausspreche: „Verdammt!“